Intervention: Zukunftsvisionen Yppenplatz

Der folgende Blogeintrag befasst sich mit dem Thema ,,Zukunftsvisionen Yppenplatz“. Wir haben Menschen am Brunnenmarkt nach ihrer Meinung so wie ihren Wünschen für den Yppenplatz befragt und dabei kamen sehr viele überraschende und weniger überraschende Antworten. Dabei haben wir Caprisonne und Luftballons verteilt und Postkarten mit Zukunftswünschen beschreiben lassen.

Es ist Samstagnachmittag, das Wetter ist warm und sonnig, der Yppenplatz ist voll mit Menschen aller Altersgruppen. Als wir an der auserkorenen Stelle für unsere Pinnwand ankommen, ertönt noch Musik und Plaudern von verschiedenen Orten des Platzes.

Kinder spielen auf dem Spielplatz, während (junge) Erwachsene und Pensionist*innen überwiegend sitzend auf den Bänken zu sehen sind. Ein großer Teil der Menschen geht schnell über den Platz auf dem Weg zum Brunnenmarkt ohne vorbeizuschauen. Am 14. Mai 2022 haben wir nach einstündiger Intervention vor Ort 34 Postkarten mit zahlreichen Meinungen und Zukunftsvisionen ausgefüllt gesammelt. Das Ziel unserer Intervention war, die Menschen auf den Yppenplatz anzusprechen und ihre Visionen, Eindrücke oder Verbesserungsvorschläge über den Ort zu sammeln. Was uns überrascht hat, war wie offen die Mehrheit für unsere Idee war.

Der Yppenplatz befindet sich in einem der buntesten Viertel in Wien – Ottakring. Selbst bezeichnen die Bewohner:innen des 16. Bezirks den Ort als “multikulti”, “voller Vielfalt” und zeigen als Grund dafür den Brunnenmarkt, indem die als exotisch wahrgenommenen Gewürze und die verschiedenen Sprachen, die gehört werden können, eine einmalige Atmosphäre bringen. Rund um den Yppenplatz gibt es Lokale, Cafés und den großen Spielplatz mit öffentlich zugänglichen Sportmöglichkeiten (Fußballtor, Tischtennistische,…), der ein zentraler Ort im Alltag sowohl der Kinder und Jugendlichen als auch der Erwachsenen ist. Eine junge Studentin erzählt uns von ihrer Liebe zum Yppenplatz: “Wenn du einen Volleyball mit hast, kannst du dir sicher sein, dass jemand mitspielen wird, den du nicht kennst. Auch beim Tischtennisspielen wirst du superschnell mit eingebunden. So lernt man immer neue Leute kennen.” Die häufigste Rückmeldung war der Wunsch nach mehr Grün und Schatten. Mehr Veranstaltungen und kostenlose, öffentliche WC-Anlagen werden von Bewohner*innen des Bezirks und Yppenplatz-Passant*innen gewünscht. Die meisten der Schreiber*innen äußerten sich positiv über die Vielfalt des Ortes. Gegenstimme gab es keine einzige. Thema waren weiters die Gentrifizierung (negativ konnotiert) und die

starke, oft kritisch hinterfragte Polizeipräsenz. Im Gespräch mit einem jungen Mann kam seine Wut auf die (laut ihm auch oft rassistische) Polizeipräsenz auf, und er würde sich wünschen stattdessen Sozialarbeiter*innen zu sehen. Er befürchtet, wie einige andere unserer Umfrage, ein Verdrängung der Menschen mit Migrationshintergrund und in einigen Jahren “den Yppenplatz als neues Neubauviertel”. So können wir gespannt bleiben, was die Zukunft des Yppenplatzes noch bringt.

Gentrifizierung: Als Gentrifizierung bezeichnet man einen sozioökonomischen Strukturwandel in Stadtviertel durch eine Attraktivitätssteigerung, meist mit Folgen wie z.B. Mietpreissteigungen, Zuzug.

Neubauviertel: Der Neubau ist der siebte und einer der inneren Bezirke Wiens. Dort fand bereits ein starker Gentrifizierungsprozess statt, so wurde das Viertel als “hipp” angesehen und die Mietpreise stiegen.

Autorinnen: Antoaneta Mileva, Nicole Mayr und Tara Djurović

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